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Artikel
24. Februar 2026

Energieeffiziente Gebäude sind feuchtetechnisch anfällig

Moderne Gebäude sind energieeffizient. Sie sind aber auch feuchtetechnisch anfällig. Wenn die natürliche Lüftung verschwindet, wird die mechanische kritisch — und selbst kleine Fehler haben große Folgen.

Einleitung

Heutige Gebäude werden sehr dicht gebaut, um Wärmeverluste zu reduzieren. Die Lüftung ist typischerweise mechanisch und geregelt. Das bringt erhebliche energetische Vorteile, bedeutet aber auch, dass kleine Fehler in der Lüftung schnell zu Schimmelwachstum und Problemen mit dem Raumklima führen können.

In älteren Gebäuden sorgten Undichtigkeiten in der Gebäudehülle für einen konstanten, wenn auch unkontrollierten Luftwechsel. Das war energetisch ineffizient, sicherte aber häufig eine ausreichende Feuchteabfuhr.

Die natürliche Lüftung war ein Sicherheitsventil, das Fehler und Mängel an anderer Stelle im System ausglich.

Wenn eine dichtere Gebäudehülle neue Probleme schafft

Wir sehen es nach Sanierungen immer wieder: neue Fenster, bessere Dämmung, eine niedrigere Heizkostenrechnung — und danach Feuchteprobleme, die es vorher nicht gab. Der Grund: Die natürliche Lüftung wird drastisch reduziert, während die Feuchteproduktion unverändert bleibt.

Vor der Sanierung wurde die Luft laufend über Undichtigkeiten ausgetauscht. Nach der Sanierung ist die Wohnung dicht. Die neuen Fenster schließen perfekt, die Fassade ist abgedichtet. Wird nicht gleichzeitig eine mechanische Lüftung eingerichtet, hat die Feuchte keinen Weg nach draußen. Sie sammelt sich in der Wohnung an, und das Feuchteniveau steigt.

In älterem, massivem Mauerwerk bildet der Bereich um das Fenster häufig eine Wärmebrücke, an der die Oberflächentemperatur so weit absinken kann, dass die Oberflächenfeuchte auf ein Niveau steigt, das bei normaler Nutzung der Wohnung ein Schimmelrisiko erzeugt. Verstärkt wird das Problem, wenn Vorhänge verhindern, dass warme Raumluft an der Fläche vorbeistreicht.

Das Problem ist nicht die Sanierung. Das Problem entsteht, wenn die Lüftung nicht gleichzeitig ertüchtigt wird.

Kleine Abweichungen — große Folgen

In einem dichten Gebäude haben kleine Fehler schneller Folgen als in einem undichten. Fehlt die natürliche Lüftung als Ausgleich, wird die mechanische Lüftung kritisch. Die vier typischen Probleme sind bekannt:

  1. 1Bewohner verschließen Lüftungsöffnungen wegen Zugluft oder Lärm, ohne zu wissen, dass sie damit den Luftwechsel der Wohnung ausschalten.
  2. 2Ventilatoren laufen nicht mit der richtigen Drehzahl oder sind defekt, ohne dass es jemand bemerkt hat.
  3. 3Filter werden nicht gewechselt und reduzieren die Luftmenge drastisch.
  4. 4Lüftungsanlagen wurden nie korrekt einreguliert.

Erfahrungen aus dänischen Wohnungssanierungen zeigen, dass Bewohnern häufig grundlegende Informationen zu ihrer Lüftungsanlage fehlen. Es herrscht Unsicherheit darüber, ob Fenster bei laufender mechanischer Lüftung geöffnet werden dürfen (ja, das dürfen sie), wie Filter gewartet werden und was die verschiedenen Einstellungen bedeuten. Diese Unsicherheit führt zu suboptimaler Nutzung.

Daten zeigen, ob die Lüftung funktioniert

Mit IoT-Messungen sehen wir unmittelbar, ob die Lüftung funktioniert:

  • Fällt das Feuchteniveau nach einer Belastung?
  • Wie schnell?
  • Variiert das Muster zwischen Wohnungen im selben Treppenhaus?

Haben mehrere Wohnungen im selben Block dauerhaft hohe Feuchte, deutet das auf ein gemeinsames Problem hin — typischerweise die Lüftungsanlage. Fällt nur eine Wohnung auf, ist die Ursache eher lokal. Diese Unterscheidung ist nur mit Daten möglich.

In dichten Gebäuden ist Lüftung keine Komfortfunktion — sie ist ein betriebskritischer Parameter. Und was nicht gemessen wird, lässt sich nicht steuern.

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